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Perlen vor die Säue geworfen

Zwischen 1723 und 1730 deponierte der sächsische Kurfürst August der Starke in Dresden seine zusammengesammelten wunderschönen Kunstgegenstände in der heute wieder naturgetreu gestalteten Schatzkammer, dem "Grünen Gewölbe"


Jeder Besucher bestaunt diese Sammlung von unschätzbarem Wert und kann kaum glauben, wie solche Begehrlichkeiten 300 Jahre unangetastet überstehen konnten. Zwei verlorene Weltkriege, habgierige nazistische Kunstsammler, die Besatzungsmächte und nicht zuletzt die devisengeile DDR, überdauerten diese einzigartigen Raritäten, wo doch in der DDR Genosse Schalk-Golotkowski, für "wertvolle Valuta" sogar jeden Biedermeier-Melkschemel verscheuerte.

Technisch interessiert, äugte ich bei meinem dortigen Besuch zwischen diesem Prunk nach den doch selbstverständlich vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen.
"Diese sind enorm, auf weltbestem Niveau, aber wir machen sie nicht sichtbar" zitieren die Medien die Museumsleitung.

Am 25.11. früh, kurz vor fünfe geht im Dresdener Stadtzentrum das Licht aus und nach fünf Minuten verlassen die Diebe nach einem Kurzbesuch das "Grüne Gewölbe" als Multimillionäre.

Ein wirksamer Diebstahlschutz war für die ausgebufften Ganoven gleichfalls nicht sichtbar, denn zum einen hatten sie ja vorher das Licht großflächig ausgeknipst und zum anderen damit auch jegliche elektronische Beeinträchtigung ihres Raubzuges beseitigt.

Wie Egon Olsen brauchten sie dazu drei lumpige Dinge: In etwa eine Packung Kaminanzünder, um die Stromversorgung im nahen Verteilerkasten anzubrennen , eine Akku-Flex für das Fenstergitter und eine Axt, um damit in die Vitrinen der Diamanten drei Löcher hinein zu pochen. Halt so, wie man mit dem Hämmerchen sein Sparschwein zerdeppert.
Schon hinter der Verglasung von Frau Merkels Dienstlimousine wären die Klunkern auf die Art unerreichbar gewesen!

Vor zwei Jahren wurde mal eben im Berliner Bode-Museum die 100-kg-Goldmünze "Big Mapel Leaf" geklaut. Dazu brauchte die muslimische Egon-Olsen-Group eine Leiter, einen Hammer für die Fensterscheibe und die Sparschwein-Vitrine. Danach nur eine Schubkarre für den Abtransport der 100 kg Gold.

Zusätzlich zu den Hochsicherungsmaßnahmen des "Grünen Gewölbes" wurde die weltbekannte Schatzkammer natürlich auch personell überwacht. Auf dem gleichen Niveau, wie die hochmodernste technische Sicherung.

Denn das Personal war während der Dienstausübung absolut sicher.
Es schaute per Videokamera geruhsam zu, wie die Missetäter drei Löcher in das Vitrinenglas pochten. Freundlicherweise beleuchteten die ihr Tun, leider recht spärlich, mit Taschenlampen.

Alle Klunkern dahinter entwendeten sie dennoch nicht, einige Kolliers waren zu fest auf dem Samt angenäht. Na bitte, es geht doch!

Nach dem Einbruch galt das besondere Lob dem Überwachungspersonal, weil es nicht etwa draußen mal nachgeschaut hat, wer sich aus dem eingekloppten Fenster und dem geflextem Loch im Fenstergitter wieder ins Frei zwängt, in welches Auto er steigt oder so und alles.

Solches ist den Bewacherinnen und Bewachern dieser Milliardenwerte verboten! Sie durften nur die Polizei anrufen, als Person das tun, was z.B. in jeder Bank oder einem Getränkemarkt bei Einbruch die Elektronik erledigt

Ein Wachsoldat der Leibgarde August des Starken, bewaffnet mit einer Hellebarde, war wohl eine wesentlich effektivere Bewachung seiner Schatzkammer, als die Bewacherinnen und Bewacher, die diese Aufgabe gemäss bundesdeutscher Gesetzgebung erledigen. Halt nur Telefonistinnen und Telefonisten. Bombenjobber- oder Jobbinnen!

Weil die mutmaßlichen Ganoven, offensichtlich lediglich von einem dekorativen Fenstergitter, einer Thermofensterscheibe und einer Sparschwein-ähnlichen Vitrine bei ihrem Raubzug geringfügig behindert wurden, war alles nach fünf Minuten erledigt. Die Polizei kam demzufolge nur zur Tatortbesichtigung.

In fünf Minuten wurden 300 Jahre lang gehütete Schätze nahezu ungeschützt als Perlen vor die Säue geworfen.

Weil ungefähr so untergebracht, wie die Zigarren in einem gut sortierten Tabakladen oder die Brötchen einer gut situierten Bäckerei.

Frau Generaldirektorin Ackermann beteuert in der Pressekonferenz die hervorragende Sicherung der ihr anvertrauten Schätze und am nächsten Tag freuen sich alle dort über die verbliebenen festgenähten Klunkern in der zerbrechlichen Vitrine.

Alles halb so schlimm.

Tags drauf rangiert in den ZDF-Nachrichten Dresden unter ferner liefen, die Bundestagssitzung über die "schwarze Null" lässt uns alle an den Lippen der Hofberichterstatterinnen und Hofberichterstatter hängen.

Mein Muskelkater im Nacken ebbt nicht ab, vom täglichen Kopfschütteln, wie mittlerweile die Deutsche Bundesrepublik gemänätscht* wird.

* Schreiben nach Gehör, jetzt in!