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Wie James Bond in der Waschanlage - Entwischen impossible!

Im Gesundheitszentrum Lütten Klein wurden meiner OP-Wunde die Fäden entnommen. Yuuuh endlich, jetzt schnell auf die Stadtautobahn und stramm durch in die Sommerfrische: Sandgarten Schwaan.


Na so ein Mist, Autobahnabfahrt Ziesendorf gesperrt. Natürlich ward das rechtzeitig bekanntgegeben, nur was nützt die Eingabe an die Gedächtniszellen, wenn das Gehirn zur Registrierung vergisst "ENTER" zu drücken. Die nächste Abfahrt ist weit im Süden. Und aus der Richtung schlage ich mich durch tiefe Mecklenburgische Pampa gen Schwaan durch. Der holprige pupstrockene Waldweg durch den "Letschower Tann" stöft das Auto so ein, dass am Ende dieser Strecke das Frühwarnsystem der Waschanlage bei der Tankstelle Kassow Alarm auslöst!
Ich tanke und erwerbe für 7,50 € eine Katzenwaschberechtigung. Der Tankwart ist sehr freundlich und erklärt mir die Besonderheiten seiner Anlage. Diese befindet sich 80 Meter entfernt, quer über den im DDR-Outfit  belassenen Gewerbehof. Ich lasse mein Hundi aus dem Auto und stecke die Waschkarte in den Slot des Aussencomputers.  Diese High-Tec-Steuerung hat viele wetterfeste farbige Tasten, aber nur eine davon ist von Nöten, nämlich "Start". Die eingeführte Waschkarte lässt das Rolltor nach oben fahren, die "Start"-Taste lässt das Rolltor wieder herab, dann rumpelt dahinter die Waschanlage los.
Einen "Notaus-Taster" gäbe es draussen auch noch, aber das herabgelassene Tor lässt Notfälle ja gar nicht nach draussen dringen.

Während der Wäsche gehe ich mit "Wuschel" im Hof spazieren. Dann rattert das Tor nach oben und mein Auto ist wieder zugänglich. Ich öffne die Fahrertür, da macht hinter mir das Rolltor das Gegenteil. Rumms, eingesperrt, wie im James-Bond-Film!
Na irgendwo ist doch hier ein "Notöffner", denke ich so vor mich hin und finde keinerlei Möglichkeit, diesem durchnässten Kerker zu entkommen. Das schrottige Tor, das früher wohl auch mal die Durchfahrt ermöglichte, ist mit einem Vorhängeschloss aus dem Verkehr genommen.
Es gibt keinen Ausweg.
"Wuschel" vor dem Tor und ich gefangen dahinter, trösten uns gegenseitig mit Durchhalteparolen. Die ganz früher mal durchsichtigen Acrylplatten der oberen Torsegmente erlauben nur einen sehr getrübten Ausblick in die Freiheit.
Als ein tankwilliges Fahrzeug in einem grösseren Wendekreis zur Tankstelle ausschwenkt, gestikuliere ich wie ein Signalgast der Kriegsmarine hinter dem Milchglas. Natürlich erfolglos!

Zum Glück bin ich be-handyt. Ich rufe meine Frau an, damit sie telefonisch bei dem Tankwart meine gewünschte Freilassung beantragt. Es geht kein Ruf aus dem nassen Faradayschen Käfig. Ich wähle die 110, mittlerweile bin ich ja ein Notfall und notrufberechtigt.
Berechtigt schon, aber selbst mit der Notrufnummer nicht verbunden.
Ins Auge habe ich ihn schon gefasst, aber noch nicht mit beiden Händen, den Wagenheber als Rammbock gegen die Torsegmente!
Das James-Bond-Feeling verdichtet sich.
Entwischen impossible!

 

wuschelchen"Wuschel" ist draussen schon in Tränen ausgebrochen, da kommt ein Kunde vor das Rolltor und erspäht die Schattenumrisse meiner Signale.
Mein Hundi vollführt ein Freudentänzchen, der Tankwart dann allerdings nicht. Mit Schaum vorm Maul stürme ich seinen Laden. Der Mann kann nichts dafür, aber er ermittelt sofort den Schuldigen: "Wuschel"!
Vor dem schweren Rolltor ist ein Sensor installiert und während ich zu meinem gewaschenen Auto gehe, bewegen sich das 4,8 kg Bolonka-Hündchen vor dem Tor und dann fährt das eben runter, ist halt so! (Ein herrlicher Blödsinn!)

Zwei Handwerker, die vor der Tankstelle ihre Kaffeepause zelebrieren und dem Disput folgten, meinten: "Die Autowäsche musste Dir abends 10 Minuten vor Feierabend gönnen, eine Nacht in "Monte Kassow". Da kommt Freude auf!"
"Na wie erst, wenn Dein dreijähriges Enkelchen draussen vorm Schott stünde!"

Nach diesem Missgeschick weiss ich wieder Deutsche Sicherheitsüberwachung zu schätzen. "Safety first"!
Auch wenn draussen schon ein Bolonka-Hündchen, eine Katze oder ein Marder einen Unschuldigen einlochen, so passiert diesem unter den Waschdüsen und Bürsten nichts. Auch meine 90 gestikulierenden Kilos setzten die Technik nicht in Betrieb!

Ausgefeiltes technisches Knoff-Hoff, permanent gewissenhaft überwacht,  geprüfte Sicherheit, made in Germany!