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Wuschel - ein knuddeliges Therapeutikum
wuschel

Funker Felix ist in die Jahre gekommen.
Zu den sich anschleichenden körperlichen Defiziten gesellen sich in einträchtiger Symbiose verschiedene Erscheinungsformen der Bequemlichkeit.
Statt einer Kur gegen die Versteifung empfehlen meine Leibärzte Bewegung.

 

Das wirksamste Therapeutikum schleppt mein besorgtes liebevolles Eheweib angelascht aber rezeptfrei an.
Ein recht munteres Hündchen!

Ein liebevolles wuscheliges Teil zum knuddeln, aber ... und das wurde als Sonderausstattung mitgeordert, eine sehr wartungsintensive Fäkalien- und Lenzeinrichtung. Daher ist mindestens zweimaliges tägliches Gassigehen  lt. Gebrauchsanleitung zur Erhaltung der Betriebssicherheit unerlässlich!
Hundi muss also ab und zu mal lenzen und Wursti machen. Herrchen, der Beta-Wolf, ist dann notgedrungen Rudelführer. Keinerlei Einwände greifen hier!

Wuschel ist weder Männchen noch Rüde, sie ist eigentlich feminin. Allerdings stets bestrebt, in der Öffentlichkeit das nicht so raushängen zu lassen. Bei jeder sich vorher ausgiebig erschnupperten Gelegenheit hebt sie, ohne das ihre Anatomie das erfordern würde, elegant den zuständigen Hinterlauf und lässt dann, diskret aus ihrem längst Lenz zeigenden Tank, drei Tröpfelchen am Laternenpfahl zu Boden fallen.
Zielen kann sie ja nicht! Aber mehrere Sprachen.

 

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Wuschel ist eine recht gelungene Kombination aus Yorkshire und Bolonka Zwetna. Daher resistenter als ein überzüchteter Reinrassiger und herkunftsbegünstigt mehrsprachig. Als Yorki ist sie des Englischen kundig und als überwiegender Bolonka kann sie klasse Russisch. Nur leider ... nicht verstehen. Selbst deutsch formulierte und ihr (antiautoritär) näher gebrachte Wünsche erreichen Wuschels gepflegtes Mittelohr nur bei gehobenerem Tonfall. Obgleich sie unwahrscheinlich gut hört, falls sie es für erforderlich hält.
Ihre weggefierten Ohren signalisieren dann: "Ey Ey Sire!" Dann vollzieht sie auch den angeordneten Vollzug.
Die Hündin hat jeden Schnupperkurs mit summa cum laude bestanden und nutzt diese Fähigkeit.
Wenn dem Hündchen ganz was Interessantes in die Nase weht, z. B. der liebliche Duft eines Leberwurstbrötchens am Frühstückstisch, dann hat der aufmerksame Betrachter den Eindruck, die Igelschnute wird teleskopiert.
So auch wenn Fernriechen erforderlich scheint.
Wuschel ist eine ziemliche Bangbüchs und mit grossen Exemplaren ihrer Gattung nicht sonderlich kommunikativ. Gelegentlich bedauern das Männchen und besonders Rüden.
Vierteljährlich bekommt die Lady eine veterinäre Spritze, damit den lüsternen Rüden die emittierten Pheromone nicht all zu einladend unter die Nase geströmt werden.
Unübersichtliches Terrain erschnüffelt sie vor dem Betreten daher prophylaktisch sehr sorgfältig.
Safetty first!
Wenn sie ihr Ortungsorgan auf den "long distance range" umschaltet, hebt sie dabei stets den rechten Vorderhuf. Das sieht zudem ganz elegant aus und in der Körperhaltung riecht es sich einfach besser!
 
In der glühweinseeligen Adventszeit gehen wir beide spätabends Gassi. Ohne Leine.
Sie beschnuffelt ca. 30 Meter vor mir im Schnee einen frischen Mundschmisshaufen. Da nähert sich mir von achtern ein stattliches Mannsbild. Wuschel baut sich auf dem Gehweg auf und kläfft.
Seither weiss ich, dass unser Wollknäul vorne auch bellen kann.
Ich kloppe dem Spätheimkehrer auf die Schultern: "Sech mal eins, hässt Du ein suppen?"
"Woanst häst du dat denn metkrägen?" "Ik nich, aber der Alfa-Wolf dor vörden, hat das von die up dörtich Mieters all schon rokken!"
Ich kenne Wuschels diesbezügliche Sensibilität aus eigener Erfahrung. Mit meinem gelegentlich einschmeichelnden Mundgeruch mache ich bei der ansonsten Kuschelbedürftigen auch keinen Stich! Schottischen Whisky hasst der Yorkshire in ihr am meisten. Der Bolonka-Test mit  Wodka Gorbatschow steht wegen Überlastung noch aus.
Mit Cuba-Libre haben wir drei zumindest einen gläsernen Waffenstillstand bisher über die Runden gebracht.
Eins hat diese Spezies auch dem aggressivsten und ausgebufftesten Bettlern, z. B. den Zigeunern, (wie diese Erwerbsgruppe früher mal bezeichnet werden durfte) weit voraus.
Ein herzdurchbohrender Blick schmilzt jeden Granitstein, nur um eine winzige Gabe zu erbetteln.
Ein Hundekönigreich für ein Leckerli!
Wir arbeiten dran, uns granitene Härte anzutrainieren.
Oma Dippermeier von nebenan hängt ständig beim Gassigehen mit ihrem tiefergelegten Rollator ihren Malteser um Längen ab. Hätte dieser fettleibige Bleistiftanspitzer noch paar Beine mehr, würde ich ihn für eine grosse Termitenkönigin halten. Wegen diesem Rüden bräuchten wir bei Wuschel zwecks ungewollter Vermehrung nicht die Juckigkeit dämpfen.
Der Verfettete kriegt noch nicht einmal zum Pinkeln einen hoch!

Keinesfalls möchte ich Wuschel einmal fettgemästet mit dem Trecker zum Gassimachen ziehen.
Schönheit muss leiden, bei Herrchen lohnt sich‘s nicht mehr. Nur krampft sich täglich sein Herz zusammen, wenn er sich genüsslich ein Eisbein reinzieht, während sich das Hündchen unten mit tropfendem Reisszahn eine Nackenmuskelzerrung zuzieht.
Der Wauwi ist total genügsam, frisst grundsätzlich alles und akzeptiert sogar rohe Kartoffelschale und mit höchstem Genuss eine Möhrenscheibe als Leckerli. Was andere für Pferd und Schaf kaufen, holen wir bei ALDI für Hundi!
Hoffentlich wird er von dem Karotin nicht rosa wie ein Flamingo!
Natürlich bekommt Wuschel auch täglich ihr Hartfutter. Von führenden Veterinäre empfohlen! Die empfohlene Tagesration von 420 Gramm reicht locker drei Tage!
Nichts Schlimmeres kann man dem Hündchen angedeihen lassen, als ihm den damit gefüllten Futternapf vor die Nase zu stellen. Dann dreht sie freiwillig ab in´s Körbchen und macht eigenverantwortlich "bleib".
Vier Kilogramm muss dieses Knuddelpäckchen auf der Waage anbieten, um in seiner Gewichtsklasse oben mitzuspielen.

In einer stetig mehr ausufernden Ellenbogengesellschaft bringt so ein Wonneproppen wieder Wärme in dein Herz und Mobilität in den Körper, mit einer absolut ehrlich dargebrachten Freude für kleinste dargereichte Wohltaten.
Wenn Sandra, die Alfa-Wölfin, nur den Haustürschlüssel draussen klappern lässt, dann läuft hier ein unwahrscheinliches Begrüssungszeremoniell ab. Ähnlich wie der Gast, ausserhalb der Saison, in einem österreichischen Viersterne-Hotel begrüsst wird, nur dieses Mal absolut ehrlichsten Herzens, ohne aufflammenden Währungssymbolen im treuherzigen Blick.
"Dann danst hei alleen, up de achtersten Been!" Schwanensee könnte kaum schöner zelebriert werden.
Kein Arbeitgeber (auch mit zusätzlich belegter Schauspielausbildung) freut sich so ausdrucksstark, auch wenn sein ausgelutschter Lohnempfänger selbst auf allen Vieren noch zum Dienst erscheinte!

Wir mögen Wuschel und sie lässt mit allen ihren Gestaltungsmöglichkeiten keinen Zweifel am Dito!